Bad Freienwalde

Am Ende einer Radtour bin ich heute in Bad Freienwalde (nominell Kurstadt, aber doch tiefste brandenburgische Provinz) angekommen. Und da ich ich bis zur Abfahrt des Zuges nach Berlin noch eine gute halbe Stunde Zeit hatte, entschloss ich mich, beim erstbesten Imbiss meinen Hunger zu stillen. Der erstbeste Imbiss war ein Pizza Service gegenüber der Hauptpost, die ihrerseits praktisch noch so aussah wie vor zwanzig Jahren, nur eben noch etwas heruntergekommener.

Ich bestelle also eine Pizza Spinaci (da ich vegetarische Varianten bevorzuge) und frage nach Getränken. Da gab es nur Coca-Cola (1,5 l) und Berliner Pilsner. Ich entschied mich für das Bier, man stellte mir die geschlossene Flasche hin. Ich frage nach einem Flaschenöffner – „Hamwernicht“. Gut, dass ich mein Fahrradwerkzeug dabeihatte. Die Rechnung wollte ich mit einem 50-Euro-Schein bezahlen – „Kann ick nich wechseln.“ Glücklicherweise haben dann die Münzen doch noch gereicht.

Bis die Pizza fertig ist, setze ich mich draußen hin und beobachte das Treiben in der Karl-Marx-Straße, 150 Meter vom eigentlichen Stadtzentrum entfernt. Zunächst fällt mir direkt vor meinen Augen ein Auto mit dem Aufkleber „Nationalisten gegen Kinderschänder“ auf. Unmittelbar davor ein Golf mit Onkelz-Aufkleber auf der Heckscheibe. Ansonsten ist nicht viel los, Fußgänger sind kaum zu sehen, sieht man von den paar Wanderern ab, die von den „Bergen“ kommend (Bad Freienwalde hat sogar Sprungschanzen) Richtung Bahnhof laufen. Auf der Straße herrscht relativ reger Autoverkehr, wobei es sich vorwiegend um jungerwachsene Fahrer handelt, gern mit Golf II, gern mit „Umtz, Umtz“, gern mit quitschenden Reifen beim Losfahren an der Kreuzung und auch gern mehrfach vorbeifahrend.

Nach einer Viertelstunde war die Pizza fertig. Die Pizza Spinaci war „natürlich“ mit Schinken, so ganz ohne Fleisch ist es ja „kein richtiges Essen“. Immerhin war sie so sättigend, dass ich sie nicht ganz geschafft habe (und das will was heißen).

Irgendwie fällt es mir schwer, das Ganze ohne Klischees zu beschreiben.

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One Response to Bad Freienwalde

  1. dirkfranke sagt:

    Vielleicht ja einfach eine Aufführung des Brandenburger Tourismusvereins, die Fremden das Brandenburg-Bild bieten wollen, dass sie erwarten 😉

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