Bahn-Service

Als ökologisch einigermaßen bewusster Mensch bemühe ich mich ja, auf das Fliegen so weit wie möglich zu verzichten, ohne meine Mobilität übermäßig einzuschränken. Und da es mich im Sommer wieder mit dem Fahrrad Richtung Balkan zieht, will ich auch diesmal mit dem Zug anreisen.

Schienenbus im Bahnhof Břeclav (2006)

Schienenbus im Bahnhof Břeclav (2006)

In den letzten Jahren hat die Bahn einen EuroCity von Berlin nach Budapest mit Fahrradtransport angeboten (ursprünglich war es sogar zwei). Seit dem letzten Fahrplanwechsel wird aber der Zug mit Wagen der ungarischen MAV gefahren und da gibt es kein Fahrradabteil mehr. Sucht man nun auf bahn.de nach Möglichkeiten, mit Zug und Fahrrad von Berlin nach Budapest zu kommen, wird einem eine Verbindung über Wien mit einer Fahrzeit von 17 Stunden und siebenmaligem Umsteigen angeboten. Alternativ gibt es eine Nachtverbindung mit 18 Stunden und zwar nur dreimaligem Umsteigen, aber mit drei Stunden nächtlichem Aufenthalt auf dem Passauer Hbf (und wer will das schon). Auch die bahninterne Auskunft im DB-Reisezentrum bietet da nicht viel mehr.

Nun gebe ich mich bei so etwas nicht so schnell geschlagen und recherchiere etwas. Und siehe da: Man kommt mit der gleichen Fahrzeit wie im letzten Jahr (12 Stunden) einschließlich Fahrradmitnahme nach Budapest. Und das mit nur einmaligem Umsteigen im osttschechischen zentralen Bahnknoten  Břeclav. Man kann sogar die Fahrradmitnahme buchen, man muss es nur wissen und darf sich nicht auf die Bahn-Auskunft verlassen.

Genau umgekehrt verhält es sich, will man mit dem Zug (und Fahrrad) aus Budapest ins österreichische Feldkirch fahren. Da gibt es zwar einen durchgehenden Nachtzug mit Fahrradmitnahme. Der wird auch in der Online-Auskunft von DB, ÖBB und MAV angezeigt. Nur kann man dafür im Vorfeld weder im Internet noch auf einem deutschen Bahnhof (probiert in Berlin Ostbahnhof) auch nur eine Reservierung vornehmen, geschweige denn eine Fahrkarte kaufen. So etwas ist innerhalb des „einheitlichen Wirtschaftsraums“ der EU offensichtlich nicht vorgesehen.

Abgesehen davon stellt sich mir die Frage, warum ich grundsätzlich keine Reservierung für die Fahrradmitnahme im internationalen Verkehr vornehmen kann. So wird es die Bahn nicht schaffen, eine brauchbare Konkurrenz für das Fliegen zu etablieren. Auch ist die Reisegeschwindigkeit von 80 km/h zwischen zwei nicht einmal 1000 km entfernten europäischen Metropolen immer noch auf dem Stand fast auf dem Stand von 1989 (zieht man da die Zeit für die nicht mehr stattfindenden Grenzkontrollen ab). Der einzige Vorteil der Bahn gegenüber den Fluggesellschaften besteht in der nicht notwendigen Verpackung, was die Fluggesellschaft inzwischen flächendeckend fordern und bei der man am Zielort nicht weiß, wohin damit.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Bahn veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s