Die Ukraine auf jugoslawischen Spuren

Für mich scheint sich die Ukraine in einer ähnlichen Situation wie in Jugoslawien vor gut 20 Jahren zu befinden. Ursprünglich gibt es Konflikte wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage bei weiten Teilen der Bevölkerung, verbunden mit umfassender Korruption bei den Mächtigen. Plötzlich erscheinen Politiker aus der zweiten Reihe und geben sich als neue Heilsbringer aus. Und weil diese ökonomisch auch keine Idee haben, verlegen sie sich auf den Nationalismus. Dies verfängt eben immer in weiten Teilen der Leute, besonders in multiethnischen Staaten wie es Jugoslawien war und die Ukraine ist.

Maidan in Lemberg/Lwiw mit Opernhaus (2009)

Und wenn die Situation dann genügend aufgeheizt ist, kommen besonnene Stimmen kaum noch durch. Im Fall der Ukraine kommen dazu noch Putins Machtspielchen, der damit auch prima von den Problemen im eigenen Land ablenken kann. Die neue ukrainische Führung tut dann ihr Übriges zur Eskalation der Lage. Statt sich abzugrenzen werden die ukrainischen Rechtsradikalen eben kurzerhand in die Regierung eingebunden, die rechtsextreme Swoboda erhält das Verteidigungsministerium und stellt den Generalstaatsanwalt. Das doch recht vernünftige Sprachgesetz wird abgeschafft (bzw. wird dies versucht). Und nichts, aber auch gar nichts wird zur Einbindung der russischen Bevölkerung in die Veränderungen getan, auch weil man meint, „der Westen“ werde sie schon gegen den bösen Putin (der das ja auch ist) unterstützen. Einen Scheiß (sorry) wird der Westen tun. Und Putin nutzt diese Situation gnadenlos aus.

Das Ganze ist schon ziemlich frustrierend und beängstigend.

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